Mit der Einführung des CO₂-Aufschlags im Juli 2024 hat sich die LKW-Maut in Deutschland grundlegend verändert. Emissionsstarke LKW verursachen seitdem deutlich höhere Kosten – ein spürbarer Faktor für viele Speditionen im Alltag. Gleichzeitig eröffnet die Reform Chancen für Unternehmen, die frühzeitig auf moderne oder emissionsfreie Technologien gesetzt haben.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
-
Welche Fahrzeuge von der CO₂-Maut betroffen sind
-
Wie sich die Kosten in der Praxis entwickeln
-
Welche Schritte Speditionen für 2025 und 2026 unbedingt einplanen sollten
Welche Fahrzeuge seit 2024 von der CO₂-Maut betroffen sind
Seit dem 1. Juli 2024 gilt die Mautpflicht für alle LKW ab 3,5 Tonnen tzGm. Entscheidend ist die CO₂-Klasse, die jedes Fahrzeug einer Emissionsstufe zuordnet.
Emissionsfreie LKW (E-LKW & Brennstoffzelle)
-
2024 bis Ende 2025: mautfrei
-
Ab 1. Januar 2026: reduzierter Satz (nur Infrastrukturkosten)
Für viele Betriebe sind E-LKW bereits heute wirtschaftlich attraktiv – besonders auf Strecken mit planbarer Reichweite.
Ältere Diesel-LKW
-
Massive Kostensteigerungen seit 2024
-
Beispiel: Mautsätze steigen von ~0,19 €/km auf bis zu 0,35 €/km
-
Praxiswert: Ein LKW mit 100 km Tagesfahrleistung verursacht durch den CO₂-Aufschlag bis zu 35 € Mehrkosten pro Tag – rund 700 € pro Monat bei 20 Betriebstagen
Moderne Diesel-Euro-6-Fahrzeuge
-
Maut ist gestiegen, aber deutlich moderater
-
Häufig die wirtschaftlichste Übergangslösung für Betriebe
Vergleich Mautsätze 2024 vs. 2026
| LKW-Typ | Maut 2024/2025 | Maut 2026 |
|---|---|---|
| E-LKW | 0 € | Reduzierter Satz |
| Diesel (alt) | bis 0,35 €/km | bis 0,35 €/km |
| Diesel Euro 6 | ca. 0,25 €/km | ca. 0,25 €/km |
Warum die CO₂-Bepreisung eingeführt wurde
Die Reform verfolgt drei zentrale Ziele:
-
Klimawirkung sichtbar machen
-
Der CO₂-Aufschlag bildet die externen Kosten von Dieselfahrzeugen direkt im Mautpreis ab.
-
-
Anreize für saubere Technologien schaffen
-
E-LKW und andere emissionsarme Fahrzeuge werden systematisch günstiger.
-
-
Infrastruktur finanzieren
-
Ein Teil der Einnahmen fließt in Projekte wie den Ausbau der Schiene.
-
Auswirkungen auf Speditionen – ein Blick auf 2024 und 2025
Nach über einem Jahr CO₂-Maut zeigen sich klare Entwicklungen:
-
Kostensteigerung & neue Preisstrukturen: Viele Betriebe mussten Transportpreise mehrfach anpassen.
-
Wettbewerbsverschiebung: Speditionen mit moderner oder emissionsfreier Flotte fahren spürbar günstiger.
-
Investitionsdruck im Fuhrpark:
-
Welche Fahrzeuge ersetzen?
-
Jetzt auf E-Mobilität setzen oder warten?
-
Welche Modelle sind langfristig wirtschaftlich?
-
Worauf Unternehmen 2026 besonders achten müssen
Ab 1. Januar 2026 ändert sich der Mautvorteil für E-LKW:
-
Keine vollständige Befreiung mehr
-
Immer noch deutlich günstiger als Diesel-LKW
-
Infrastrukturkosten bleiben als einziger Kostenbestandteil
Fazit: Der Kostenvorteil bleibt bestehen, Unternehmen müssen die neuen Sätze jedoch in ihre Planung einbeziehen.
Kritikpunkte, die die Branche beschäftigen
Auch 2025 bleibt die Reform umstritten:
-
Doppelbelastung: CO₂-Kosten fallen zusätzlich über den Dieselpreis an
-
Besondere Belastung für kleine Speditionen
-
Unklarheit über Mittelverwendung
Trotz Kritik ist die Maut weiterhin ein zentraler Kostenfaktor im Güterverkehr.
Fazit: 2025 entscheidet über die Weichenstellung bis 2026
Die CO₂-Maut hat die Logistikbranche nachhaltig verändert. Wer jetzt aktiv handelt, sichert sich entscheidende Vorteile für die kommenden Jahre.
Wichtige Maßnahmen für Speditionen:
-
Kostenstruktur analysieren
-
Streckenprofile prüfen
-
Fuhrpark strategisch modernisieren
-
Förderprogramme & Finanzierungsmöglichkeiten nutzen
-
Mautentwicklung ab 2026 früh einplanen
Tipp: Wer bereits 2024/2025 investiert hat, spart täglich Mautkosten und sichert sich einen klaren Wettbewerbsvorteil.